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Day in day out

10. Mai 2026 – 30. August 2026

Blick in die Ausstellung

Werke

Petra Scheibe Teplitz: Who needs smarter mice?Petra Scheibe Teplitz: Who? Me?Petra Scheibe Teplitz: BoxPetra Scheibe Teplitz: Das ÖrtlichePetra Scheibe Teplitz: What the hell happened?

Die Werke von Petra Scheibe Teplitz haben einen Wiedererkennungswert. Obwohl jedes ihrer Projekte andere Materialien, Farben und Formen annimmt, ziehen sich doch einige Elemente wie ein roter Faden durch ihr Werk: Erstens die Wiederverwendung von – meist als Abfall oder Beiprodukt als minderwertig empfundenen – Alltagsgegenständen. Zweitens die Entfremdung dieser Elemente, so dass sie oft nur indirekt wiedererkannt werden. Drittens die Arbeit in Serie an einer Idee, einem Material, einem Thema. Viertens repetitive Handarbeit.

Nummer Drei und Vier führen zur Namensgebung der Ausstellung. Day In Day Out – tagein tagaus. Wiederholung. Stetigkeit. Langeweile. Routine. Disziplin. Verlässlichkeit. Alltag. Gewohnheit. Kontinuität. Ausdauer. Beharrlichkeit. Alltagsschleife. Monotonie. Trott. Rhythmus. Alle diese Assoziationen und mehr kann man mit dieser Formulierung verbinden. Je nach Perspektive sind diese eher negativ oder eher positiv konnotiert. Oft steht das in Verbindung mit einem bestimmten Lebensabschnitt und einem gewissen Zeitgeist.

Routinen als Zeitgeist

In den letzten Jahren steht jede Form von Routine hoch im Kurs – in den einschlägigen Sozialen Medien sind sie genauso zu finden wie in Live Style Zeitschriften oder im Freundeskreis. Ohne regelmäßige Sportroutine, Journaling und Habit Tracking, Self Care Moments oder Dopamine Menüs scheint das Leben nicht mehr machbar zu sein. Das

Ziel soll dabei nicht Selbstoptimierung sein, sondern ein lebenswerteres Leben.

Routine als Prozess

Wenn Routinen also der neue Trend sind, liegt Petra Scheibe Teplitz bereits seit Jahrzehnten im Trend. Viele ihrer Werke entstehen aus routinierter Arbeit, die darin besteht. ähnliche Arbeitsabläufe und Prozesse für ein Kunstwerk – oder eine Serie – immer wieder durchzuführen. Teilweise über Jahre. Die intensive Beschäftigung mit einem Thema und einem Material führt zu einer Art Langzeit-Experiment, in dem die Künstlerin in kleinen Variationen erforscht, was umsetzbar ist.

Material mit Potential

Wie kommt es zur Transformation in Kunstwerke aus banalen Materialien? Die kurze Antwort: Neugier. Gemeint damit ist die Aufmerksamkeit für die alltäglichen Dinge. Die Künstlerin sieht das Potential von Dingen. In dieser Ausstellung lässt sich dies an jedem Kunstwerk entdecken. Schießscheiben, Parkuhren, Telefonbücher, Schnittmuster, Kunststoffeinsätze von Verpackungen, Zeitungen, Tabakdosen, Verpackungen von Tempotaschentücher und nicht zuletzt Wachs. Die Materialien sind teilweise so entfremdet, dass sie kaum wiederzuerkennen sind. Das ist der Kern von Petra Scheibe Teplitz‘ Arbeiten: sie entlockt Materialien unbekannte Potentiale – die zum Nebeneffekt haben, dass man sich schwer tut, eine leere Pralinenschachtel zu entsorgen.